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Fortbildung mit Rudi Rhode

  • Posted on:  %AM, %11 %352 %2019 %08:%Mär
  • Written by  Michael Hohmann

Wenn Nervensägen an den Nerven sägen – Fortbildung mit Rudi Rhode

„Heiko, komm noch mal nach vorne! - Wir spielen das noch mal…“, so ein sehr häufig gehörter Satz in der Fortbildung mit Rudi Rhode, zu der sich fast 40 Kolleginnen und Kollegen in der Jugendherberge in Leutesdorf trafen.
Rudi Rhode, der als Schauspieler inzwischen weit über 1500 Lehrerfortbildungen gehalten hat, die Körperspreche von Politikern analysiert und schon Schiedsrichter in der 2. Bundesliga trainierte, übte in zahlreichen Rollenspielen mit uns: Ständig wechselnde Rollen, ständige wechselnde Situationen.
Wie trete ich bei Konflikten mit Schülerinnen und Schülern auf: Schüler Heiko soll (endlich) seine Füße vom Nachbarstuhl nehmen. So oft ich ihn anspreche, hat er gute Begründungen, warum er gerade heute und in dieser Situation eben nicht die Füße vom Stuhl nehmen will.
„Da seid Ihr in der Diskussions- und Rechtfertigungsfalle…“, so nennt Rudi das und trainiert mit uns, wie Regeln klar, präzise und situationsgerecht eingefordert werden können. Aus seiner Arbeit als Deeskalationstrainer erklärt er: „Deeskalierendes Verhalten hat u.a. zwei Stellmöglichkeiten: Wertschätzendes Verhalten und Durchsetzungsvermögen – Im Bereich, wo beide Anteile vorhanden sind, kann ich arbeiten. Ich kann die Anteile verändern und so flexibel reagieren.“
Und wenn der Konflikt sich aufgeschaukelt hat? Was mache ich, wenn der Schüler oder die Schülerin sich nicht beeindrucken lässt? Nun, ich kann aus der Situation herausgehen, Zeit gewinnen, gezielt und verlässlich die Klärung vertagen. Auch Auszeiten helfen den Schülerinnen und Schülern, wieder etwas herunterzukommen und ohne Gesichtsverlust die Intervention der Lehrer zu akzeptieren. Vor der Intervention muss klar sein, was ich eigentlich erreichen will. Auch der Schiedsrichter kann nicht beim Austeilen der gelben Karte erneut anfangen zu diskutieren.
Wie senke oder hebe ich meinen Status, wie trete ich auf, wenn Schüler offensichtlich Regelverstöße in Kauf nehmen oder provozieren? Wer nimmt welche Rolle in der Kleingruppe ein? Wer ist der Mitläufer, wer der „Leitwolf“? Und wenn nun nach vier Ermahnungen noch immer über das abendliche Fußballspiel geredet wird? Dann gilt es, diese Ermahnungen mit deutlich mehr Nachdruck auszusprechen.
Fairness, Verlässlichkeit aber auch Grenzen aufgezeigt bekommen, das sind die Erwartungen, die Schülerinnen und Schüler an ihre Lehrer haben.
Eine Fortbildung, in der keiner früher ging. „Das, was wir hier trainieren, kann ich ab morgen direkt ausprobieren.“ – So das Resümee einer Teilnehmerin.
Eine Fortbildung, die immer wieder wiederholt werden sollte, um das Auftreten in Konfliktsituationen zu verbessern. Je sicherer ich auftreten kann, so wertschätzender kann ich mit Schülerinnen und Schülern umgehen.
Ein schönes pädagogisches Ziel: Ich möchte wertschätzend mit Schülerinnen und Schülern umgehen – selbst, wenn es „Nervensägen“ sind.
Herzlichen Dank für diesen Tag!

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