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Fluchtschicksale im Fokus

  • Posted on:  %AM, %10 %435 %2018 %11:%Sep
  • Written by  Michael Hohmann

„Ich bin leben, dass leben will, inmitten von Leben, das Leben will“

Dieses Zitat von Albert Schweitzer fand ich auf dem Plakat einer Schülerin wieder, daneben ein Stellwand mit der Goldenen Regel: „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“ (Mt 7,12). 
Diese 2 Sätze kann man als Leitmotiv über den Unterricht in 8 Klassen stellen, die sich einige Wochen mit der Situation der Flüchtlinge beschäftigt haben, die in unser Land gekommen sind.
Es ging dabei eben nicht um eine Bewertung der Situation oder den Versuch, sich zu einer Bewertung hin zu orientieren, sondern zunächst um das Sammeln von Informationen zu Gründen der Flucht, zu Fluchtmöglichkeiten und Fluchterfahrungen. Diese wurden z.B. auch verglichen mit Fluchtbewegungen vergangener Jahrzehnte. So die Zeit nach dem 2. Weltkrieg: Bilder gleicher Not damals und heute. Die Dokumente der Lotte Kröger geb 1901 auf der Flucht 1946 rundeten diesen Vergleich ab.
Harry im 2. Weltkrieg und Ahmed heute, beide berichten über ihre Erfahrungen und beide glaubten, sie würden auf der Flucht sterben und beide kamen an und waren glücklich, sich zu den wenigen zählen zu können, die überlebt haben.
Familie Othmann berichtet von ihren Erfahrungen, wie sie in Deutschland ankamen, wie sie zunächst im Lager lebten, jetzt eine Wohnung haben. Möglich wurde das durch einen Schüler, der sagte, „Ich frage unsere Nachbarn nach ihren Erfahrungen, die sind auch erst seit kurzem hier.“
Oder auch die Geschichte von Doaa, die auf der Flucht Ihren Freund verlor und von anderen Menschen jeweils ein Kind anvertraut bekam. Eines konnte sie retten.Ausstellung Hohmann 1„Ich bin Leben, dass Leben will inmitten von Leben, das leben will“
Diesem Satz nachspüren konnte man auch an den zahlreichen Powerpointpräsentationen am „Monitortisch“ oder in der „Schwarzfahrerecke“, wo der gleichnamige Film von Pepe Danquart aus dem Jahr 1992 gezeigt wurde. – Wie hätte ich mich verhalten? Welche Rolle wäre meine gewesen in dem Film und wie äußere ich mich in meinem Lebensalltag über Menschen aus anderen Kulturen.
La Barca e la speranza – die Barke der Hoffnung, ein Ruderboot, welches Papst Franziskus von Lampedusa nach Assisi bringen ließ, um aufmerksam zu machen auf die Erlebnisse und Gefahren der Flucht.
Keinen Menschen wird es geben, der freiwillig diese Gefahren auf sich nimmt, um sein Land zu verlassen.
„Christus ruft uns auf, Träger seines Friedens unter den Menschen zu sein.
Jesus wusste, dass es seine Aufgabe war, die Liebe Gottes in die tiefste Dunkelheit der Menschheit zu bringen.“
Ein Zeichen der Hoffnung auch die Gemeinschaft der Brüder von Taizé, die der Geschichte ihrer Kommunität folgend, einige muslimische Flüchtlingsfamilien aufgenommen haben, um mit ihnen gemeinsam christliche Feste und religiöse Traditionen kennenzulernen, aber sich selbst auch aufmachen, um die Traditionen der muslimischen Gäste kennenzulernen.
Abgerundet wurde die Ausstellung neben diversen statistischen Sachinformationen auch durch Hinweise auf die Berlinale 2018, wo wenige Tage nach der Ausstellung 3 Film zum Thema gezeigt wurden, u.a. von der Ärztin, die als Alleinseglerin im Atlantik nach einem Sturm in die Nähe eines havarierten Boots mit Geflüchteten gerät.- so im Film Styx von Wolfgang Fischer.
Unter der Überschrift „Brandstifter wollen Feuer löschen“ fragt unsere Schülersprecherin sehr selbstkritisch einen aufrichtigen Umgang mit der Gesamtthematik an.
Und darum geht es in dieser Ausstellung: Kritik, Ablehnung und Ängste gegenüber und wegen der Flüchtlingssituation zulassend haben wir uns aufkommenden Fragen in der derzeitigen Situation gestellt.
Es gibt Erwartungen an uns und die Menschen, die zu uns kommen. Noch sind wir auf dem Weg mit vielen Hindernissen. Hoffen wir, dass der Weg der Integration gelingt.

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